Die meisten stellen sich die Gilis als Riff- und Schildkröten-Revier vor — zu Recht, das macht den Großteil des Tauchens hier aus. Aber zwei Wracks, eines absichtlich versenkt, eines durch Zufall entstanden, liegen nur eine kurze Bootsfahrt vom Zentrum entfernt, und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Das eine ist ein tiefer, strömungsumspülter Schlepper mit einem Hai in Residenz. Das andere ein flacher, von Korallen verschluckter Steg, der zu einem der besten Makro-Spots der Inseln wurde.
Glenn Nusa: der Schlepper mit Hai
Kurzantwort
Die Glenn Nusa I ist ein 22 m langer Schlepper, der 2016 absichtlich zwischen Halik Reef und Shark Point vor der Nordseite Gili Trawangans versenkt wurde. Sie liegt aufrecht in 28-30 m Tiefe, beherbergt einen residenten Weißspitzenriffhai und erfordert mindestens das Open-Water-Advanced-Brevet.
Die Glenn Nusa wurde gekauft, von Schadstoffen befreit und absichtlich versenkt — ein echtes künstliches Riff, kein Unfall. Neun Jahre Korallenwachstum später ist die Besiedlung rasant: Schwärme von schwarzen Schnappern und orientalischen Süßlippen umkreisen den Aufbau, Stachelmakrelen stehen über dem Steuerhaus, und ein Weißspitzenriffhai lebt seit dem ersten Jahr auf dem Wrack — meist ruhend unter dem Heck zu finden.
Weil sie vor dem Versenken gereinigt wurde, können wracktrainierte Taucher sicher ins Innere — Bullaugen und Gänge, die kleinere Fische längst für sich beansprucht haben. Bei dieser Tiefe hängen Strömung und Sicht vom Tag ab; Bedingungen prüfen, und Nitrox mitbringen, wenn du zertifiziert bist — 28-30 m verbraucht mit Luft schnell die Zeit.
Für wen: brevetierte Taucher ab Advanced Open Water, sicher mit Tiefe und Strömung. Vollständiges Spot-Profil hier.
Das Bounty-Wrack: ein Steg wird Makro-Paradies
Kurzantwort
Das Bounty-Wrack vor Gili Meno war ursprünglich ein hölzerner Steg, von einem Sturm 2001 ins Meer geworfen. Zwei Jahrzehnte Korallenwachstum später liegt es in 8-18 m Tiefe, dicht besetzt mit Skorpionfischen, Anglerfischen und einer residenten Glasfischwolke — ein leichter, fotogener Spot, offen für Open-Water-Taucher.
Bei der Bounty war nichts geplant — sie fiel, und das Riff übernahm. Dieser Unfall ist heute einer der zuverlässigsten Makro-Spots der Gilis: Skorpionfische und Anglerfische in mehreren Farbmorphen sitzen gut sichtbar auf dem Rumpf, wenn man weiß, wo man hinschauen muss, Geisterpfeifenfische schweben nahe den Federsternen, und Pfauenfangschreckenkrebse huschen zwischen korallenüberwuchertem Deck. Ein großer Korallenblock neben der Hauptstruktur beherbergt eine dauerhafte Glasfischwolke, die bei vorbeischwimmenden Tauchern erzittert und sich teilt.
Die Tiefe geht bis maximal etwa 18 m, die Strömung ist meist schwach — freundlich genug für Open-Water-Taucher, und ein beliebter zweiter oder dritter Tauchgang des Tages, dazu ein starker Nachttauch-Spot. Such südlich des Wracks nach zwei alten, inzwischen komplett korallenüberwachsenen Fahrrädern — das meistfotografierte Motiv des Spots.
Für wen: jeder brevetierte Taucher, besonders mit Kamera. Vollständiges Spot-Profil hier.
Weiter draußen: das tiefe japanische Wrack
Kurzantwort
Ein japanisches U-Boot-Jäger-Wrack aus dem Zweiten Weltkrieg liegt in rund 45 m Tiefe vor der Küste Lomboks — ein technischer Dekompressionstauchgang, weit jenseits der Sportgrenzen, nur für tec-qualifizierte Taucher.
Ein drittes Wrack gehört der Vollständigkeit halber in diese Geschichte — nicht als Ausfahrt, die wir anbieten: Ein japanisches Schiff aus dem Zweiten Weltkrieg liegt deutlich tiefer, bei rund 45 m, nach acht Jahrzehnten unter Wasser korallenbewachsen. Das ist ein echter technischer Tauchgang — Dekompressionsstopps, Nitrox oder besser, und ernsthafte Tiefenerfahrung erforderlich — klar außerhalb der Sportgrenzen. Wenn das die Art von Tauchen ist, die du suchst, ist unsere Deep-Diver-Specialty der ehrliche erste Schritt, und wir zeigen dir gern die technischen Anbieter, die es richtig durchführen.
Welches Wrack passt zu dir?
- Neu bei Wracks, Open-Water-brevetiert: die Bounty. Flach, verzeihend, und voller Fotomotive.
- Advanced Open Water, willst Tiefe und einen Hai: Glenn Nusa.
- Willst ins Wrackinnere: die Wreck-Diver-Specialty öffnet das Innere der Glenn Nusa richtig.
- Suchst etwas Technisches: sprich zuerst mit uns über Nitrox und Deep Diver — das japanische Wrack ist ein Ziel, auf das man hintrainiert, kein Spontanausflug.
Sowohl die Glenn Nusa als auch die Bounty laufen als reguläre Bootsausfahrten ab dem Zentrum — frag nach der Kombination mit einem Tauchpaket für deine Woche.